Eri Greilich – Principium
03. - 29. November 2017

Eröffnung am 03. November um 19 Uhr

 

"Die Zehenspitzen schauen aus der Decke hervor; die nackten Füße berühren die Metallstangen des Bettes. Mir ist kalt und meine Finger färben sich blau. 
Am aller schlimmsten blendet mich das flackernde Licht. Die Welt flimmert und ich ersticke; ich wünschte ich könnte davonrennen, aber die Infusionen halten mich fest. Eine Arztnei, die mir helfen soll, vergiftet mich. 
Die Augenpaare um mich herum vervielfachen sich, schauen mich an. Jemand läuft, holt Hilfe, die Welt wird ganz kalt, bleibt stehen.
Langsam kriechen die Schmerzen wieder hinauf, Aufwachen, ein weiteres Mal überlebt."
Der größte und wichtigste Einfluss meines kreativen Schaffens ist die Zeit, in der mein Körper nichts schaffen kann. 
Die Einschränkung aufgrund einer Erkrankung derart fragil zu sein, dass die Kraft nicht reicht einen Atemzug zu nehmen, geschweige denn einen Stift zu halten. 
Irgendwann wieder zeichnen zu können, bewart mich vor dem Verwelken. 
In meiner Ausstellung beschäftige ich mich mit dem Zustand des Schmerzes und der Suche nach neuem Mut der Episode standzuhalten. Der Moment in dem der Körper versagt obwohl der Verstand bleibt.
Feine, leichte Linien, die jeden Moment brechen könnten, jedoch ein Gerüst bilden, das vom Zerfall bewahrt. 
"Die Zeichnung gibt mir Kraft das Leid durchzustehen - Schmerz ist die Inspiration meiner Zeichnung."