Erika Greilich wurde in 1989 in Sokuluk/Kirgisistan geboren. Im Alter von zwei Jahren zog sie mit ihren Eltern nach Deutschland und wuchs in Kaufbeuren, in Bayern auf. Sie absolvierte ihr Fachabitur für Gestaltung an der Fachoberschule in Augsburg und studiert Kommunikationsdesign an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin/Deutschland.


Erika Greilich was born in 1989 in Sokuluk, Kyrgyzstan. At the age of two she moved to Germany with her parents and was raised in Kaufbeuren, Bavaria. She completed secondary school at the technical college in Augsburg and studied Communication Design at the University of Applied Sciences in Berlin, Germany.

Aufrichter

Maulsperre

Seelenfänger

Durch das Schaffen von Kunst versucht sie die Zeit einzufangen und bekommt das Gefühl, das Leben nicht an sich vorbeiziehen zu lassen, sondern festzuhalten. Sie erlebt Kunst als ihr persönliches Elixier zum Glück. Ihre Zeichnungen sind ein Realitätsfilter für ihre Gedanken, die sie auf diese Weise ordnet und archiviert. In keinem anderen Raum findet sie dafür so viel Freiheit und gleichsam Konsequenz. Ihre Werke sind geprägt von gesellschaftlich kritischen Ansätzen, wobei das menschliche Wesen, das sie fasziniert und inspiriert als Gestaltungsmedium klar im Mittelpunkt steht. Dabei ist die passive Beobachtung ihr größter, kreativer Katalysator. Künstlerisches Schaffen ist für sie ein sehr intimer Prozess, welcher auf ihren Beobachtungen und Analysen der menschlichen Verhaltensweisen basiert. In ihren Bilder reißt sie die menschliche Gestalt auf um in ihre Tiefen einzudringen und das Innerste zu erfassen. Ihre oft verzerrten, gebrochenen oder deformierten menschenähnlichen Figuren kontrastiert sie mit Tiermotiven, die pur und unschuldig sind und instinktiv handeln.


Through her artwork, Erika attempts to capture time and the associated sense of urgency not to let life go, but to hold on. She perceives art as her personal pursuit of happiness. No other activity offers her as much freedom and motivation. Her art serves as filter and archive for her thoughts.

Erika’s work critiques social conventions by playing with different conceptions of the human form.  In her paintings she tears the human figure apart in order to penetrate its depths and to grasp its innermost emotions. Her often distorted, broken or deformed humanoid figures are a direct contrast to her animal motifs, which emphasize purity, innocence and instinctiveness. Passive observation is her biggest creative catalyst and for this reason, artistic creation is a very intimate process.

Befangen                                                     

Ihre präferierten Medien sind Aquarellfarbe, Künstlerfarbstift und Tusche auf Holz oder Papier gezeichnet, aber ein leeres Blatt Papier und eine handvoll Zeichenstifte reichen aus um ein kribbeln in ihren Fingern auszulösen. Sie bedient sich – inspiriert vom Kupferstich – einer Kreuzschraffurtechnik, die in mehreren Schichten aufgetragen wird. Dadurch erzielt sie einen gravurähnlichen Effekt. Ebene für Ebene legt sie mit Aquarell oder Buntstift an, bis der Farbwert tief genug ist, die Bedeutung, die er trägt, sichtbar zu machen. Die Technik ist äußerst zeitaufwendig und erlaubt ihr eine lange Auseinandersetzung mit einer Thematik. Wenn sie auf Holz oder Papier zeichnet, ist es, als graviere sie das Material und verwebe essenzielle Spuren darauf. Sie bevorzugt dabei eine besonders feine Linienstärke, weil sie ihr die ausreichende Sensibilität verleiht, die sie für ihre angestrebten Schattierungen benötigt. Die Leichtigkeit der Aquarellfarbe hat sie immer schon fasziniert. Sie spiegelt die Bewegung des Wassers wider und reagiert sensibel auf Manipulation im Farbauftrag. Damit greift sie für die Künstlerin viele Eigenschaften der menschlichen Seele auf, die sie einzufangen versucht. Ihre Arbeiten bestechen durch eine technische Ästhetik, die das stabile Gerüst für die fragilen Inhalte bildet, die es erschweren, sich dem Nachdenken zu entziehen.


The artist prefers to work in watercolor, color pencil and ink drawn on wood or paper, but a blank sheet of paper and a handful of crayons are enough to trigger a tingling sensation in her fingers. She makes use of Kreuzschraffurtechnik, a technique which is inspired by engravings and is applied in several layers. Layer by layer she applies watercolor or pencil until the color value is low enough to make the meaning it bares visible. The technique is extremely time consuming. When drawing on wood or paper, it is as if she engraves the material and interweaves essential traces. She prefers a very fine line width, because it allows for sufficient sensitivity that she needs to create the desired shades. The lightness of watercolors have always fascinated her. She experiments with the movement of water which reacts sensitively to manipulation. Through these subtle techniques, she attempts to capture characteristics of the human soul. Her works feature a technical aesthetic which is the backbone for fragile contents that make it difficult to escape a thought process.

Gelbaugenpinguin

Die Großstadt ist ihr seelischer Farbkasten, in der sie inspirierende und inspirierte Menschen an jeder Ecke findet. Die meiste Inspiration bekommt sie in den Momenten in denen sie nicht in der Lage ist zu kreieren. Etwas nicht machen zu können, erzeugt für sie den größten Antrieb kreativ werden zu müssen. Sie hat das Gefühl, durch das Zeichnen Eingriff in die Menschen und deren Situationen nehmen zu können, sie zu verändern und zu beeinflussen. Sie fühlt sich, als drehe sie alles von innen nach auflen und es wird für sie leichter, Erlebtes zu verstehen. Bei dem Blickt auf die Ereignisse um sich, oder in der Gesellschaft, fühlt sie sich, als wären ihre Arme zusammengeschnürt. Sobald sie darüber an einem Bild arbeitet, lösen sich diese Fesseln und sie fühlt sich frei, als könnte sie die Welt verändern.

Sie bevorzugt für ihren Arbeitsprozess einen ruhigen Raum und baut sich beim kreieren ein kreatives Refugium, in dem sie sich sicher fühlt und sich vollkommen öffnen kann. So lange sie sich einen eigenen Raum erschließen kann, kann sie überall arbeiten.


The city and its eclectic inhabitants feed her art. However, she is most inspired in moments in which she is unable to create. As not being able to make something in the moment, fuels a bigger drive to be creative. She feels that she can grasp, influence and alter a person or situation by painting it. By turning everything inside out, the artist feels that the subject is easier to understand and process. When looking at events and the society around her she feels like her arms are tied. However, once she is working on a painting, she is released from these restraints and feels free as if she could change the world.

Erika prefers a quiet working space and seeks creative retreats, in which she feels safe and can completely open up. As long as she can develop her own space, she can work anywhere.